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Der Notar

Ein Notar, was ist das?

Der Notar ist ein Beamter des öffentlichen Rechts, vom Staat mit bestimmten Befugnissen versehen, der sich durch Unparteilichkeit,
Unabhängigkeit und hohe fachliche Qualifikation auszeichnet und seinen Beruf in einem Rahmen ausübt, der dem der Freiberufe nahekommt.
Der Notarberuf wird durch das Gesetz vom 9.
Dezember 1976 geregelt.

Der Notar wird vom Großherzog auf der Grundlage des Dienstalters ernannt. Entsprechendes gilt auch für den beruflichen Aufstieg. Der Notar kann im gesamten Großherzogtum Luxemburg Urkunden ausstellen. Der Notar bleibt bis zum Alter von 72 Jahren im Amt, es sei denn, er tritt zurück, stirbt oder wird vorzeitig entlassen.

In Luxemburg ist die Anzahl der Notare auf 36 begrenzt. Die Notarposten sind geografisch auf alle Kantone (mit Ausnahme von Vianden) verteilt, wobei sowohl die Einwohneranzahl als auch das Geschäftsvolumen berücksichtigt werden. Der Notar ist an das Berufsgeheimnis gebunden.

Die Vertretung des Berufsstandes sowie der Respekt der Berufsethik werden von der Notarkammer garantiert.

Ein Notar, wozu?

Die Mission des Notars ist zweifach.

Zunächst erstellt er sogenannte notarielle oder authentische Urkunden im Zusammenhang mit Rechtsgeschäften sowie in Zusammenhang
mit Fakten und Erklärungen, die Rechtsfolgen auslösen.

Im Rahmen dieses Aspekts seiner Tätigkeit wird der Notar alle Parteien objektiv und neutral beraten und sicherstellen, dass der Inhalt
seines Akts genau dem gemeinsamen Willen aller Beteiligten entspricht, unter Einhaltung des Gesetzes. Dadurch werden private Rechtsbeziehungen von Anfang an auf sichere und gute Weise organisiert und Anfechtungen
auf ein Minimum reduziert.

Die Rolle des Notars wird nicht nur durch nationales Recht, sondern auch durch europäisches Recht anerkannt. Gemäß Artikel 3 Absatz 3 Buchstabe i) der Richtlinie 2011/83 / EU über Verbraucherrechte ist der Notar «Ein öffentlicher Beamter, gesetzlich an Unabhängigkeit und Unparteilichkeit gehalten [der] durch umfassende rechtliche Informationen sicherstellen muss, dass der Verbraucher den Vertrag erst nach sorgfältiger rechtlicher
Prüfung und in voller Kenntnis seiner rechtlichen Tragweite abschließt. «

Der Notar ist ein Organ der präventiven Justiz, das die Gerichte entlasten soll. In dieser Hinsicht hat der Notar die ausschließliche Befugnis, alle Arten von Akten zu erstellen, bei Eigentümerwechsel eines Gebäudes (Verkauf,
Schenkung, Teilen oder Tauschen), bei Gründung oder Änderung eines Handelsunternehmens, bei Aufnahme eines Hypothekendarlehens oder bei
Aufstellen eines Ehevertrags.

Weiter gibt er Rechtsberatung bei ziviloder handelsrechtlichen Problemen bzw. Unternehmensproblemen. Zum Beispiel konsultiert man den Notar

a) vor Unterzeichnung eines Kaufvorvertrags für ein Haus, eine Wohnung oder ein Baugrundstück

b) vor der Heirat oder der Abschließung einer Lebenspartnerschaft, wenn Fragen zur Zukunft der vorhandenen oder zu erstehenden Gebäude existieren, oder zur Zukunft dieser Gebäude im Falle von Scheidung oder Todesfall eines der beiden Ehegatten oder im Falle der Auflösung der
eingetragenen Partnerschaft,

c) bei der Verfassung eines Testaments, wenn man befürchtet einen Fehler zu begehen, indem man es selbst aufsetzt, was zur Nichtigkeit führen könnte.

Einige der oben genannten notariellen Beratungstätigkeiten werden im Wettbewerb mit anderen Fachleuten wie Treuhändern oder Rechtsanwälten ausgeübt. Im Rahmen dieser Beratungstätigkeit muss der Notar häufig auch eine Stellungnahme zu den steuerlichen Auswirkungen einer Immobilientransaktion (Mehrwertsteuer, Erbschaftssteuer oder
Kapitalgewinn) abgeben.

In ähnlicher Weise gehen viele Bürger zum Notar, um ihre Erbrechte zu kennen oder die Erbfolgeerklärung im Falle des Todes eines Elternteils abzugeben, ihr Scheidungsabkommen im gegenseitigen Einverständnis zu
unterzeichnen, ihre Unterschrift zu legalisieren …

Haben Sie ein Problem mit Ihrem Notar?

Informieren Sie die Notarkammer!
Notarkammer, z.Hd. von Maître Cosita DELVAUX
Schlichter / Beauftragte für Beschwerden
Postfach 1936, L-1019 Luxemburg

Achtung: Ihr Antrag muss schriftlich verfasst werden, prägnant sein, (grundsätzlich nicht > 1 Seite) und mit allen Belegen eingereicht werden
(Kopie des Aktes, Korrespondenz, Rechnungen usw.). In diesem Fall entscheidet die Kammer innerhalb einer angemessenen Zeit (im
Durchschnitt nicht mehr als 3 Monate).

Die Kammer gibt kein Rechtsgutachten ab.

Bei allgemeinen Anfragen wenden Sie sich bitte direkt an einen Notar. Die Kammer liefert keine allgemeinen Informationen.

Sie wird auch keine Verfahren übernehmen, die schon vor einem Gericht anhängig sind oder in denen die vom Kläger gegen den Notar vorgebrachte Beschwerde vom Gericht in beide Richtungen ausgelegt werden kann, d. h.
zugunsten oder zu Ungunsten des Notars.

Statistik 2017: 28 der 50 eingereichten Akten wurden zur Zufriedenheit abgeschlossen (durchschnittliche Dauer: 8,7 Wochen / Akte)