Das Testament - Der Spendenspiegel
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Das Testament

In bereits weit fortgeschrittenem Alter oder im Endstadium einer langen Krankheit hat jeder das Recht sein Testament zu verfassen oder verfassen zu lassen, in dem er seinen letzten Willen ausdrückt sowie die Erbschaft angibt, die er seinen Angehörigen hinterlässt. Für die Verfassung eines Testaments muss der Verfasser mindestens 16 Jahre alt sowie natürlich im
Besitz aller seiner geistigen Fähigkeiten sein. Nur die Personen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, und die, die unter Vormundschaft stehen, können kein Testament verfassen oder sie müssen gegebenenfalls
einen begründeten Antrag stellen.

Es gibt verschiedene Formen des Testaments: Es gibt das holographische Testament, das der Erblasser vollständig von Hand auf ein weißes Blatt geschrieben hat. Es muss unterschrieben sein und das Datum der Testamentsverfassung muss dort angegeben werden; das notarielle (authentische) Testament kann maschinengeschrieben werden, aber nur von einem Notar. Auf diese Weise ist keine Anfechtung möglich. Außerdem müssen zwei Zeugen bei der Verfassung des Testaments anwesend sein, und der Erblasser diktiert lediglich seinen Willen. Schließlich gibt es das
mystische Testament, das von der Hand des Erblassers geschrieben, verschlossen und versiegelt wird. So bleiben die letzten Wünsche des Erblassers bis zu seinem Tod geheim.

Ob holographisch, authentisch oder mystisch, jedes Testament muss in Anwesenheit von Zeugen bei einem Notar hinterlegt werden, ansonsten ist
es wertlos. Ein Testament kann jederzeit gemacht werden. Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass ein Testament an einem sicheren Ort verwahrt werden muss. Wenn gewünscht, kann man zu diesem Zweck das Testament in dem «Zentralregister der Verfügungen und letzten Willen“ registrieren. Dazu muss man sich an einen Notar wenden. Es kostet ein paar Euro, aber keine Riesensumme. Der Betrag ist festgesetzt auf 45 bis 100 Euro. Es hängt alles davon ab, in welchem Zusammenhang der Notar hingezogen wird. Ein
Testament kann jederzeit unter Einhaltung der Form berichtigt werden.

Die Vermächtnisnehmer sind in der Regel die Kinder oder Eltern. Nichts hindert Sie jedoch daran, Ihr Eigentum einer anderen Person zu vermachen. Wie bei einer Konkubine müssen jedoch Formalitäten
erledigt werden, und diese Person ist zur Zahlung von Erbschaftssteuern verpflichtet. Man kann wählen, alles oder nur gewisse Teile des Eigentums zu vermachen. Es handelt sich also entweder um ein universelles Erbe oder um ein spezifisches Erbe.

Das Wichtigste ist, Ihren Willen so geschickt wie möglich zu gestalten, damit es bei seiner Vollstreckung keine Anfechtung geben kann.

Informieren Sie sich bei einem Notar.
www.notariat.lu

DAS HOLOGRAPHISCHE TESTAMENT

Das holographische Testament ist der vollständig von Hand geschriebene Wille, datiert und vom Erblasser unterzeichnet. Er unterliegt keiner anderen Form.

Einer der Vorteile des holographischen Testaments ist die
Einfachheit der Verfassung.

Der größte Nachteil des holographischen Testaments ist das Verlustrisiko. Es besteht die Gefahr, dass das Testament zum Zeitpunkt des Todes nicht gefunden wird oder dass die Erben von der Existenz des Testaments des
Verstorbenen nicht informiert sind.

Der Erblasser hat daher Interesse daran, Vorkehrungen zu treffen, damit sich seine Angehörigen (oder auch irgendeine andere Person) nach seinem Tod über die Existenz eines holographischen Testaments informieren können.

Zu diesem Zweck hat jede Person das Recht, die Eintragung ihres holographischen Testaments in das zentrale Register der Verfügungen des letzten Willens zu verlangen. Es steht daher jedem offen, sein holographisches Testament registrieren zu lassen. Wenn das holografische Testament bei einem Notar hinterlegt wurde, ist dieser zur Registrierung
des Testaments verpflichtet.

Die Verwaltung der Register und Domänen ist das Organ, das für die Registrierung von Testamenten verantwortlich ist.

Für den Antrag auf Registrierung kann bei folgender Adresse vorstellig werden:
Direction de l’Administration de l’enregistrement et des domaines [Direktion der Verwaltung der Register und Domänen], «registre central des dispositions de dernière volonté“ [Abteilung «Zentrales Register der letzten Willensverfügungen »], 1-3, Avenue Guillaume [Wilhelm-Allee],
L-1651 Luxemburg.

Das gleiche Verfahren ist für den Fall der Rücknahme eines zuvor registrierten holografischen Testaments vorgesehen. Bei Änderung seines holographischen Testaments muss das abgeänderte holographische Testament erneut registriert werden.
Jeder, der die Registrierung beantragt, muss eine Gebühr
von 9,92 Euro bezahlen.

Der Antrag auf Registrierung muss folgende Informationen enthalten:
• Name und Vorname des Erblassers, gegebenenfalls
einschließlich des Namens des Ehepartners;
• Geburtsdatum und -ort des Erblassers, seine nationale
Identifikationsnummer (13-stellige Nummer), seinen Beruf und seine Anschrift oder Wohnsitz;
• das Datum des Testaments;
• Name und Anschrift der Person oder Einrichtung, der das Testament anvertraut wurde oder wo es hinterlegt ist.

Es wird darauf hingewiesen, dass das Testament selbst nicht im zentralen Register der letzten Willensverfügungen verwahrt wird.

Die Registrierung bleibt während der Lebensdauer des Erblassers geheim. Anlässlich der Eintragung der letzten Willensverfügungen im Zentralregister wird dem Antragsteller eine Bescheinigung über die Registrierung seines Testaments ausgestellt. Im Falle einer Rücknahme des holographischen Testaments erhält der Antragsteller auch eine Bescheinigung über den Widerruf seines Testaments.

Nach dem Tod des Erblassers kann jede Person unter Vorlage eines Auszugs der Sterbeurkunde oder eines den Tod feststellenden Urteils, Informationen über die Existenz eines holograpahischen Testaments mit Angabe des Ortes seiner Aufbewahrung erhalten. Das holographische Testament muss dem Vorsitzenden des Amtsgerichts am Eröffnungsort der Erbschaft vorgelegt werden, d.h. in dem Bezirk, in dem der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz hatte.

Diese Vorlage muss von jeder Person vorgenommen werden, die ein Testament findet, und diese Formalität wird insbesondere vom Notar oder einem der Erben und / oder Angehörigen des Verstorbenen erfüllt.
Das Testament wird dann vom Vorsitzenden eröffnet, der ein Protokoll über die Eröffnung und den Stand des Willens erstellt.

Der Vorsitzende des Gerichts ordnet dann die Übergabe des Testaments zu Händen des von ihm bestellten Notars an. Anschließend wird dieser Notar die Vollstreckung des Testaments und die Liquidierung des Nachlasses übernehmen.

DAS NOTARIELLE (AUTHENTISCHE) TESTAMENT

Das notarielle Testament oder Testament durch öffentliche Beurkundung wird von 2 Notaren oder von einem Notar und 2 Zeugen entgegengenommen. Das Testament wird vom Erblasser diktiert.

Das Testament durch öffentliche Beurkundung bietet Vorteile im Vergleich zum holographischen Willen.

Diese Vorteile ergeben sich zum einen aus der Rechtsberatung, die der für die Aufnahme des Testaments zuständige Notar dem Erblasser geben kann.

Die Teilnahme des Notars bei der Erstellung des Testaments garantiert dem Erblasser, dass sein letzter Wille nicht durch einen Formfehler oder grundlegenden Fehler beeinträchtigt wird, durch den das Testament
ungültig würde.

Darüber hinaus ist der Notar gesetzlich dazu verpflichtet, die Eintragung des notariellen Testaments in das zentrale Register der letzten Willensverfügungen bei der Verwaltungsstelle der Register und Domänen
zu beantragen. Somit kann jede Änderung oder Rücknahme eines authentischen Testaments nur durch einen Notar erfolgen.

Nach dem Tod des Erblassers kann jede Person gegen Vorlage eines Auszuges der Sterbeurkunde oder eines den Tod feststellenden Urteils, Informationen über die Registrierung eines notariellen Testaments erhalten.

Das notarielle Testament muss nicht dem Präsidenten des Landgerichts zur Eröffnung und zur Hinterlegung bei einem von ihm benannten Notar vorgelegt werden.

Die Notare, die das Testament durch notarielle Urkunde
entgegengenommen haben, setzen sich mit den Erben sowie den Vermächtnisnehmern in Verbindung.

Die Angehörigen des Verstorbenen, Erben oder Vermächtnisnehmer können die Initiative ergreifen, sich mit dem Notar oder den Notaren in Verbindung zu setzen, die das Testament empfangen haben, zwecks Vollstreckung und Liquidierung des Nachlasses entsprechend den Wünschen des Erblassers.

DAS IN AMTLICHE VERWAHRUNG GEGEBENE EIGENHÄNDIGE
(MYSTISCHE) TESTAMENT

Das in amtliche Verwahrung gegebene eigenhändige Testament
(oder geheimes Testament) ist ein Akt, der vom Erblasser eigenhändig oder mechanisch geschrieben ist. Nach der Verfassung des Testaments durch den Erblasser oder durch eine von ihm beauftragte Drittperson muss es vom Erblasser unterschrieben werden, dann verschlossen und versiegelt in Anwesenheit von zwei Zeugen einem Notar übergeben werden, der eine Urkunde über die Übergabe erstellt. Diese Urkunde wird vom Erblasser, dem Notar und den beiden Zeugen unterzeichnet.

Da dieses eigenhändige Testament bei dem Notar hinterlegt wird, ist dieser gesetzlich verpflichtet, das Testament in das zentrale Register der letzten Willensverfügungen eintragen zu lassen.

So kann nach dem Tod des Erblassers die Information über die Registrierung eines eigenhändigen Testaments eingeholt werden.

Das in amtliche Verwahrung gegebene eigenhändige Testament muss wie das holographische nach dem Tod des Erblassers dem Vorsitzenden des Landgerichts vorgelegt werden.

Seine Eröffnung kann nur in Anwesenheit der die Aufbewahrungsurkunde unterzeichneten Notare und Zeugen erfolgen.

Nach Eröffnung des Testaments benennt der Vorsitzende einen Notar, zu dessen Händen das Testament hinterlegt wird. Dieser Notar übernimmt die Testamentsvollstreckung und die Liquidierung des Nachlasses.